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Alle Informationen über das Heiraten in Schweden

Notwendige Behördengänge in Schweden:

Ebenso wie hier in Deutschland erstellt man in Schweden ein Aufgebot. Dazu kontaktiert man das örtliche Skatteförvaltningen (Steuerverwaltung) und meldet dort die Eheschließung inkl. Prüfung der Ehehindernisse an.

Notwendige Dokumente zur Eheschließung:

  • Meldebescheinigung (nicht älter als vier Monate, manchmal sogar nicht älter als zwei
  • Monate, Nachweis des Wohnortes, der Adresse, der Staatsangehörigkeit und des Familienstandes)
  • gültiger Personalausweis oder Reisepass mit Lichtbild (Voraussetzung ist die Volljährigkeit)
  • Internationale Abstammungs- oder Geburtsurkunde
  • Internationales Ehefähigkeitszeugnis
  • ggf. Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk
  • ggf. Sterbeurkunde oder ein Nachweis über die Eheauflösung

Grundsätzlich können alle Dokumente in deutscher Sprache vorgelegt werden. In manchen Fällen verlangt die Überprüfungsbehörde jedoch vereinzelte Übersetzungen durch einen vereidigten Übersetzer.

Für ungefähr 20 Euro erwirbt man zuerst beim schwedischen Außenministerium eine Übersetzung des Auszuges aus dem deutschen Bundesgesetzbuch (BGB) zur Eheschließung. Um dieses Dokument innerhalb zwei oder drei Tagen zu erlangen, ist es ratsam, Barzahlung zu tätigen und persönlich vor Ort zu sein. Sonst ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es einige Zeit länger dauert.

Verschiedene Heiratsmöglichkeiten:

Wie auch in Deutschland kann man in Schweden sowohl standesamtlich oder kirchlich heiraten. Da beide Varianten von einem Standesbeamten durchgeführt werden und rechtsgültig sind, wird meist nur eine Trauung vollzogen. Allerdings kann man sich auf Wunsch im Anschluss an die standesamtiche Trauung kirchlich segnen lassen.

Orte zum Heiraten:

Klassisch wird in einer Kirche geheiratet. Dazu muss mindestens ein Teil des Ehepaares Mitglied einer nordischen Kirche sein. Zwingend notwendig ist die Zugehörigkeit explizit der schwedischen Kirche nicht. Einzelne Kirchengemeinde dulden Ausnahmen, diese muss man ggf. vorher beantragen. Aber auch ca. 40 Freikirchen sind zur Trauungsdurchführung ermächtigt, bei denen man dann einer anderen Kirche zugehörig sein kann, oder konfessionslos.
In Gemeindeämtern, Stadt- und Rathäusern und Amtsgerichten kann man in Schweden auch heiraten.

Wenn mindestens ein Ehepartner die schwedische Staatsangehörigkeit besitzt, gibt es auch ein paar schwedische Kirchengemeinden, die auch im Ausland Trauungen vollziehen dürfen. Ebenso gibt es manche schwedische Botschaften, die dazu befugt sind.

Notwendigkeit eines Dolmetschers:

Bei Unkenntnis der schwedischen Sprache beider Ehepartner wird ein Dolmetscher bei fast allen Trauungen benötigt, es gibt nur seltene Ausnahmen, in denen die Trauung in einer Fremdsprache durchgeführt wird.

Trauzeugen benennen:

Genau wie in Deutschland werden zwei Trauzeugen bei einer Eheschließung benötigt. Diese müssen mit dem Paar nicht zwangsläufig verwandt oder bekannt sein. In manchen Kommunen werden auch Kinder als Trauzeugen zugelassen, in der Regel sollten sie jedoch volljährig sein. Falls niemand geeignetes vor Ort ist, können diese aber auch von der Eheschließungsstelle gestellt werden. Empfehlenswert ist es jedoch, dies vorher beim zuständigen Standesamt zu beantragen, da diese Möglichkeit nicht an allen Standesämtern angeboten wird. Zudem sind bei manchen Standesämtern Trauzeugen nur zu bestimmten Wochentagen verfügbar.

Rechtsgültigkeit der Eheschließung:

Die Trauung ist auch in Deutschland rechtsgültig. Sie wird von der schwedischen Steuerverwaltung registriert. Im Anschluss an die Trauung wird dem Ehepaar vom Standesbeamten eine Art Trauschein mitgegeben (In­tyg vigsel oder Vigsel be­vis oder re­gis­te­rut­drag av vigsel). Um die Ehe in Deutschland auf Wunsch des Ehepaares zu registrieren, müssen beide Partner einen Antrag auf Erstellung eines Familienbuches beim Standesamt des Heimatwohnsitzes stellen.

Falls die Partner keinen schwedischen Wohnsitz besitzen, bekommen sie einen schwedischen Trauschein, welchen sie in Deutschland für die Anerkennung der Eheschließung in Schweden vorweisen müssen. Dieses Dokument ist in einem solchen Falle genauso notwendig, wie eine beglaubigte Kopie der Bescheinigung des Aufgebots inklusive der Ergänzungen des trauenden Beamten. Diese sollte man sich demnach auch ausstellen lassen. Meist wird in Deutschland die dänische Heiratsurkunde ohne jegliche Beglaubigung akzeptiert. Da dies jedoch im Ermessen der Behörde steht, können diese eine Beglaubigung verlangen. Diese sind beim dänischen Außenministerium erhältlich:

Udenrigsministeriet
Asiatisk Plads 2
1448 Kǿbenhavn K.
Internet: www.um.dk

Kos­ten der Trau­ung:

In Schweden fallen für die Trauung selbst keine Kosten an, ausschießlich für das Ausstellen der benötigten Dokumente.

Wahrscheinlich benötigte Vorlaufzeit:

Sofern man alle erforderlichen Dokumente vorlegen kann, kann man auch in Schweden in manchen Kommunen problemlos spontan heiraten, so dass man am Tag der Anreise auch wieder abreisen kann.

Die meisten dänischen Kommunen verlangen jeodch, dass das Paar sich am dänischen Eheschließungsort schon nachweislich zwei bis drei Tage aufgehalten hat. Dieser Nachweis kann eine Hotelrechnung, Flugticket oder sonstiges sein.

Aufenthaltsrecht nach Eheschließung:

Man bekommt als Ausländer nicht automatisch ein dänisches Aufenthaltsrecht nach der Eheschließung.

Traditionelle Hochzeit in Schweden:

Laut Tradition sind zwei Münzen für die Braut ungemein wichtig: in den linken Schuh sollte sie eine Münze von ihrem Vater platzieren, im rechten Schuh eine Münze von ihrer Mutter. Der Aberglaube in Schweden besagt, dass dies das finanzielle Glück am Leben hält.

Ein weiteres traditionelles Zeichen sind die drei Ringe der Braut am Ende des Hochzeitstages. Wie in Deutschland auch trägt sie ihren Ehering und den Verlobungsring. Der dritte Ring soll ihr reichlich Kindern bescheren und sie zur glücklichen Mutter machen.

Schwe­di­sche Hoch­zeits­bräuche:

Schwedische Kirchen werden in der Regel im Innenraum nicht geschmückt. Auch nicht zu Hochzeiten. Auch das typische Blumenstreuen findet dort nicht statt. Stattdessen stehen während der Trauung zwei Birkenstämme je rechts und links der Kirchentür. Ein weiterer Brauch ist es, dass die Gäste während des Hochzeitsessen mehrere Male die Gläser klirren lassen. Jedes Mal, wenn das Gläserklirren ertönt, müssen Braut und Bräutigam sich küssen. Falls einer von beiden gerade verhindert sein sollte, weil er nicht im Raum ist, wird davon nicht abgewichen. Wenn die Braut gerade ihren Schleier richten geht, und das Gläserklirren ertönt, dürfen die anderen Frauen dem frisch gebackenen Ehemann einen Kuss geben. Ebenso wird die Braut von den anderen Männern geküsst, wenn der Bräutigam beispielsweise gerade seine Krawatte neu binden geht.

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Bild: pixabay