Ratgeber

Die Alkohol- MPU im Besonderen

Wenn eine MPU mit einem Alkoholproblem im Hintergrund ansteht (eine oder mehrere Promillefahrten, Straftaten im Zusammenhang mit Alkohol, Aggressionstaten im betrunkenen Zustand in Verbindung mit dem Straßenverkehr usw.), so erfordert dies eine Untersuchung zur Frage: „Ist zu erwarten, dass der Betroffene zukünftig kein Fahrzeug mehr unter dem Einfluss von Alkohol führen wird“. Beim Explorationsgespräch des MPU Psychologen während der Erstellung des Gutachtens müssen Betroffene offen und wahrheitsgemäß über früheres Verhalten sprechen. Auch soll ehrlich und ohne Abwehrhaltung über frühere Trinkmuster und -gewohnheiten berichtet werden. Nur dann kann der Gutachter erkennen, dass Betroffene zur selbstkritischen Betrachtung damaliger Verhaltensweisen gekommen sind. Gelingt das aber nicht, so besteht immer der Verdacht, dass Betroffene sich selbst etwas vormachen und zu keiner realistischen Bewertung kommen können. War es anlässlich der Alkoholfahrt, selbst noch bei einem sehr hohen Promillewert, jemanden möglich auf andere wenig betrunken zu wirken, so vermutet der Gutachter, dass damals eine intensive Trinkgewöhnung vorlag. Aber dann wird bei einer MPU um so mehr erwartet, dass man sich intensiv mit diesen Tatsachen beschäftigt hat. Es muss Klarheit herrschen über Fragen – wie und warum kam es zum gesteigerten Konsum von Alkohol. Gutachter forschen nach, wann und es zu Steigerung und wie es zu Auffälligkeiten kam, wann und wo erstmals Alkohol getrunken wurde und natürlich ab wann die Mengen höher wurden usw. Es reicht aber verständlicherweise nicht, nur über die äußeren Gegebenheiten nachzudenken. Beispielsweise ist bei einer Alkoholmengensteigerung aufgrund einer Arbeitslosigkeit darzustellen, dass es mittlerweile andere Lösungsmöglichkeiten für bestimmte Probleme gibt. Es ist auch sehr wichtig, dass Betroffene ihre persönlichen Schwächen im eigenen Wesen deutlich erkennen und Strategien zur Vermeidung entwickelt haben.

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