Job&Karriere

Frauen und Karriere: Plötzlich als Führungskraft

Es ist ein langer Weg, den eine Frau hinter sich lassen muss, um auf der Karriereleiter ganz oben zu landen. Obwohl das Thema in der Gesellschaft heute dank Debatten um Frauenquote und Co. präsenter ist, als je zuvor, dominieren in einem Großteil der Chefetagen immernoch Männer. Der Weg in den Chefsessel – für Frauen ist er trotz Emanzipation und Gender-Gesetzen immer noch steinig. Zu diesem Ergebnis kam auch eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Nur 26 Prozent der Top-Führungskräfte in Deutschland sind weiblich (Stand 2013).

Der Platz im Chefsessel ist für die Frau also auch im 21. Jahrhundert noch mit Herausforderungen verbunden. Lediglich in Ausnahmefällen hat sie sich nicht mit einem hohen Grad an Selbstsicherheit durchkämpfen, nicht das Vertrauen der männlichen Kollegen erkämpfen und sich gegen Vorurteile sowie Rollenklischees zur Wehr setzen müssen. Zwar gelten weibliche Führungskräfte ihren Arbeitnehmern gegenüber oft als strukturierter und sozialer als ihre männlichen Kollegen, aber genau dieses Einfühlungsvermögen kann ihnen im Zweifelsfall zum Verhängnis werden. So haben gerade Karriere-Mütter oft mit Benachteiligung in Sachen Gehalt zu kämpfen.

Von ihren Chefinnen erwarten sich viele Arbeitnehmer sehr ausgeprägte “Soft Skills” – Solidarität, häufige Feedbackgespräche und ein gutes Klima sind nur einige der Hoffnungen, die sie in einen genderbestimmten Personalwechsel an der Spitze setzen. Allerdings sind Frauen von Natur aus dazu geneigt, sich ihre Wut zunächst nicht anmerken zu lassen und diese später zu persönlichen Differenzen werden zu lassen. Dieses Verhaltensmuster kann in Sachen Neutralität und Fairness oft zu verhärteten Fronten führen.

Herausforderungen, Vorurteile, Ängste: Ein Führungswechsel ist ein bedeutender Schritt im Leben, für Frauen und Männer gleichermaßen. “Muss ich mein Verhalten gegenüber den Kollegen jetzt grundlegend ändern?”, “Nimmt man(n) mich in neuer Position überhaupt ernst?”, “Wie finde ich eine gute Balance zwischen Freundlichkeit und Autorität?” Diese und mehr Fragen kreisen im Kopf – die Antworten lassen sich zum einen aus Erfahrung anderer und zum anderen aus dem ganz persönlichen Bauchgefühl schließen. Lob beflügelt und motiviert – geben Sie Ihren Mitarbeitern Anerkennung, wenn Sie diese verdient haben und weisen Sie auf besodere Stärken hin, so fühlen sich die Kollegen persönlich wahrgenommen und geschätzt. Zeigen Sie Begeisterung für neue Projekte und reißen so das Team mit sich.

Doch neben aller Euphorie müssen Sie auch Ihre Autorität untermauern und zeigen, dass trotz aller Ideen und Tatkraft Sie das letzte Wort haben – Delegieren gilt daher als Kunst für sich. Gibt es unausgesprochene Probleme? Dann reden Sie mit allen Beteiligten – Kommunikation ist das A und O in einem Betrieb, egal welcher Größe. Suchen Sie gemeinsam nach einem Kompromiss. Legt ein Mitarbeiter eine Denkweise oder ein neues Konzept dar, das auf Sie zunächst fremd wirkt, winken Sie es aus Verlegenheit nicht einfach ab. Lassen Sie sich briefen und zeigen Sie Interesse.

Zu guter letzt sei Ihnen als Chefin eines geraten: Sehen Sie Männer in der gleichen Position nicht als Feinde an, sondern als Konkurrenten. Bringen Sie Ihre persönlichen Stärken zum Ausdruck, anstatt Angst vor eventuellen Schwächen zu haben.