Gesundheit

Gesundheit Ratgeber: Heuschnupfen-Allergie

Heuschnupfen (Pollinose) ist eine allergische Reaktion des Körpers auf Pollen (Blütenstaub). Mehr als 20 Prozent der Deutschen sind in der Pollensaison von den lästigen Symptomen betroffen. Heuschnupfen ist damit die häufigste Allergie in den westlichen Ländern.

Entstehung

Pollen sind kleinste Blütenstaubteilchen, die im Frühling und Sommer in der Luft schweben. Hauptsaison für Heuschnupfen-Geplagte ist von März bis Juli. In milden Wintern können Frühblüher aber schon im Dezember für dicke Nasen sorgen.

Symptome

Heuschnupfen äußert sich durch Niesen, Jucken in der Nase und im Rachen, Fließschnupfen, verstopfte Nase, Augenjucken und Bindehautentzündung. Häufig sind Heuschnupfen-Patienten zudem überempfindlich gegenüber Reizen wie Tabakrauch, kalter Luft, starken Düften oder auch sportlicher Aktivität.
Als Folgeerscheinungen leiden Patienten unter Schlafstörungen und, daraus folgend, Tagesmüdigkeit mit verminderter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Diagnose

Die genaue Beobachtung des Patienten, wann seine Beschwerden mit welcher Intensität aufgetreten sind, kann dem Arzt bereits bei einer Vorab-Diagnose helfen, da die Blütenstaub-produzierenden Pflanzen jeweils nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg blühen. In aller Regel wird zur näheren Bestimmung der Allergie ein Prick-Test durchgeführt. Dabei werden besonders häufige Allergene an kleine Einstichstellen am Unterarm aufgebracht. Falls der Patient auf eine der Substanzen allergisch ist, reagiert die Haut an dieser Stelle mit Rötung und/oder Quaddelbildung.
Als weiteres diagnostisches Mittel kann auch eine Blutuntersuchung Hinweise liefern.
Bei der Diagnose einer allergischen Rhinitis ist vor allem die Abgrenzung gegenüber Krankheitsbildern mit ähnlichen Symptomen wichtig, z. B. Sinusitis, Erkältung, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nasenscheidewandverkrümmung u. a.

Therapie

Heuschnupfen sollte möglichst bald behandelt werden. So können eventuell Neusensibilisierungen vermieden werden und es kommt seltener zu Folgeerkrankungen wie Asthma. In einigen Fällen ist es sogar möglich, den Patienten zu heilen.
Bei der Behandlung von Heuschnupfen ist der erste Baustein die Vermeidung des Kontakts mit dem Allergen. Hier kann es helfen, die Straßenkleidung nach einem Aufenthalt im Freien zu Hause gleich zu wechseln. Pollen an den Haaren können mit einer Haarwäsche abgespült werden. Aktivitäten im Freien sollten auf die Zeit nach einem kräftigen Regenschauer gelegt werden. Ist dies nicht möglich, kommt das Tragen einer Atemschutzmaske in Betracht.
Der zweite wichtige Baustein bei der Behandlung von Heuschnupfen ist die Versorgung mit geeigneten Medikamenten. Je nach Art und Schwere der Erkrankung bzw. möglicher Begleiterkrankungen stehen dem Arzt mehrere Mittel zur Auswahl, vor allem Antihistaminika und Kortisonpräparate. Aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde und Homöopathie können weitere Substanzen unterstützend eingesetzt werden. Abschwellende Nasensprays können kurzfristig für eine erleichterte Nasenatmung sorgen, dürfen aber nicht länger als einige Tage hintereinander verwendet werden. Die Nasensprays schädigen sonst die Schleimhäute und diese schwellen erst recht an.
Schließlich umfasst die Behandlung auch die Desensibilisierung des Immunsystems gegenüber den allergieauslösenden Stoffen. Bei einer allergenspezifischen Immuntherapie wird mithilfe von Spritzen oder Tabletten das Immunsystem darauf trainiert, nicht mehr auf das Allergen zu reagieren. Dieses Vorgehen wird bisweilen auch als Allergie-Impfung bezeichnet.